Flughafen als Werbeträger. Seit über einem halben Jahr nutzen die Fluggäste der Deutschen Lufthansa AG das neue Terminal II am Münchner Flughafen für Abflug und Ankunft aus aller Welt. 114 Gates garantieren eine reibungslose Abfertigung. Und die 75 Abstellpositionen für die Flugzeuge sollen eine Umsteigezeit von maximal 30 min gewährleisten. Konzipiert ist das neue Terminal als Drehscheibe für mehr als 25 Mio. Fluggäste pro Jahr.
Der viel frequentierte Flughafen wird natürlich auch gern für die Übermittlung von Botschaften genutzt. So hat beispielsweise die Hypo-Vereinsbank München im Bereich der Ost-Süd-Zufahrt einen Werbe- und Informationspunkt installiert. Auffallend ist das interessante Konzept, das nichts mit einer konventionellen Werbefläche gemein hat.
Leuchtturm mit Information
Mehr Aufmerksamkeit ziehen grundsätzlich außergewöhnliche Auftritte auf sich. Und so hat sich die Hypo-Vereinsbank für einen farbdynamischen Turm mit Werbefläche und Informationsinhalten entschieden.
Dieses Konzept hat gegenüber Werbeflächen an einer Gebäudefassade den Vorteil, dass ein Turm zentral platziert werden kann und so die Botschaften weithin sichtbar sind.
Beim Umfahren über die Zu- und Abfahrtswege lässt sich das „Monument“ aus allen Blickwinkeln betrachten.
Der 20 m hohe Turm mit seiner verglasten Fläche hat sich mittlerweile zum optischen Zentrum der Ost-Süd-Zufahrt entwickelt. Neben stimmungsvollen Farben werden dem Betrachter die aktuellen Börseninformationen in „Echtzeit“ präsentiert.
Simulation für perfektes Ergebnis
Diese anspruchsvolle RGB-Farblichtanwendung wurde vom Münchner Lichtplaner Roland Hofer umgesetzt.
Die Glasflächen des Turms mit 254 m2 Gesamtfläche sollten nach allen Seiten gleichmäßig mit effektvollen Farbverläufen hinterleuchtet werden. Eine besondere Herausforderung resultierte aus dem Wunsch nach einer schlag- und körperschattenfreien Lichtwirkung der hinterleuchteten Glasflächen.
Hierzu wurden zunächst am Modell die auftretenden Schatten simuliert und dann die optimale Positionierung der Leuchtmittel im Turm ermittelt. Die Lampen wurden so angeordnet, dass die Schlagschatten der Sprossenkonstruktion im Innern des Turms außerhalb der Glasflächen in die Eckbereiche gelenkt werden. Auftretende Körper-schatten der Leuchten-Befestigungselemente werden durch Licht kompensiert.
Lichttechnik erfüllt hohe Anforderungen
Aus den technischen und konstruktiven Details resultierten die Anforderungen an die Leuchtenelemente. Diese wurden jeweils mit sechs farbigen – zwei roten, zwei grünen und zwei blauen – sowie mit einer weißen T8-Leuchtstofflampe 36 W bestückt.
Für einen störungsfreien Betrieb von RGB-Farblichtlösungen, bei denen mehrere dimmbare Elektronische Vorschaltgeräte und Lampen mit geringem Abstand installiert werden müssen, erlangt die richtige Leitungsführung zwischen Lampe und EVG große Bedeutung. Hierbei müssen auch auftretende Kapazitäten zwischen Lampenleitungen und Leuchtengehäuse minimiert werden.
Unter Berücksichtigung dieser Voraussetzungen – und der geltenden EMV-Vorschriften – verhält sich diese dynamische RGB-Anwendung im gesamten Dimmbereich von 1 % bis 100 % Lichtstrom völlig problemlos.
In enger Zusammenarbeit der EVG-Anwendungsexperten von OSRAM mit dem Lichtplaner und dem Hersteller wurden Leuchtenelemente entwickelt, die alle Anforderungen für einen störungsfreien Betrieb erfüllen.
Zuverlässigkeit als absolute Notwendigkeit
Größter Wert wurde auf absolute Zuverlässigkeit der EVG und eine lange Lampenlebensdauer gelegt. Gerade bei dynamischen Dimmvorgängen zeigt die perfekte Abstimmung des Systems aus Lampe und EVG seine Vorteile. Nur die richtige Nachführung der Wendelvorheizung – abhängig vom Dimmwert – gewährleistet eine lange Lampenlebensdauer.
Dies garantiert die Kombination von dimmbaren EVG QUICKTRONIC mit DALI-Schnittstelle und T8-Leuchtstofflampen. Auf Grund der bewährten Systemabstimmung bietet OSRAM für den kombinierten Einsatz von EVG und Lampen aus dem eigenen Hause eine erweiterte Systemgarantie von fünf Jahren an.
DMX und DALI in idealer Partnerschaft
Als Lichtmanagementsystem für die dynamische RGB-Farbmischung hat sich DMX512 etabliert. Dieses Protokoll aus dem Theater- und Bühnenlichtbereich zeigt sein Potenzial vor allem in Anwendungen, in denen höchste Anforderungen an synchrones Lichtszenenmanagement für eine hohe Anzahl an Dimmkanälen gestellt werden.
Bei DMX512-Systemen lassen sich Dimmbefehle verzögerungsfrei und parallel an bis zu 512 Teilnehmer versenden. Dies gewährleistet, dass eine Vielzahl von Dimmkanälen für RGB-Farbsequenzen exakt und synchron angesteuert werden.
Die Schnittstelle machts
In RGB-Anwendungen präsentieren sich dimmbare EVG mit DALI-Schnittstelle als ideale Partner für DMX-Systeme, denn sie können die geforderten Dimmbefehle exakt und verzögerungsfrei in die jeweiligen Lichtwerte umsetzen. Hierfür wurden DMX/DALI-Gateways von KWL Lighting GmbH, Oberhaching, mit einer übergeordneten DMX-Steuerung von Soundlight, Hannover, kombiniert.
DMX und DALI-EVG stellen so das perfekte Zusammenspiel der Farben sicher.
Zauberwelt für schwindelfreies Wartungspersonal
Der Innenraum des Turms entpuppt sich während der Lichtinszenierung als Zauberwelt aus Farben. Aus Sicherheitsgründen ist der Zutritt allerdings dem Wartungspersonal vorbehalten. Nach dem Anlegen von Klettergurt und Fallsicherung kann der Aufstieg bis zu 20 m senkrecht nach oben beginnen.
Die alle 2 m angeordneten, begehbaren Gitterroste ermöglichen einen guten Zugang, um in den Leuchtenelementen die Lampen zu wechseln.
Farbsequenzen für ein herzliches Willkommen
Subjektive Farbwirkungen standen für die Programmierung der Farbsequenzen im Vordergrund. Fröhliche und heitere Farbakkorde vermitteln den jährlich 24 Mio. Fluggästen ein „Herzliches Willkommen“ oder ein „Baldiges Wiedersehen“ in München.
Es lässt sich das Motto „Bavarian Blue“ mit Weiß-Blau-Farblichtspielen als Synonym für die bayerischen Himmelsfarben genauso realisieren wie Kalt-Warm-Kontraste in Anlehnung an die Jahreszeiten. Mit dieser RGB-Lichtlösung ist alles möglich – und mit den richtigen Farben um so schöner.
Quelle: OSRAM EVG-Spot 01/2004
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