Fließende Räume und weiche Kurven machen die Büros der Gelben Seiten Italiens zu einem futuristischen Interieur, das auf die Dynamik von Architektur und Licht setzt.
Bauherr:Seat Pagine Gialle, Turin/I
Architekt:ALFA Architettura, Arluno/I
Innenarchitektur: Studio losa-Ghini, Bologna/I
Elektroplanung:Flu.Project Studio Associato, Perugia/I
Lichtlösung:VAERO mit der Lichtsteuerung LUXMATE PROFESSIONAL (Arbeitsplätze)
ZE spezial für indirektes Licht, Strahler SOLAR II, Einbauleuchten LIGHT FIELDS (Gänge)
Lichtlinien SLOTLIGHT I (Pausenzonen)
Strahler SOLAR II (Restaurant und Auditorium)
Strahler SOLAR II und Einbauleuchten LIGHT FIELDS (Manica-Gebäude)
Schon am Eingang der neuen Zentrale von Seat Pagine Gialle wird deutlich, dass den Besucher im Inneren etwas anderes erwartet, als es von außen den Anschein macht: Vor allem mehr Licht war es, was sich die 1200 Mitarbeiter des ehemaligen Staatsbetriebs vor dem Umzug gewünscht hatten. Glichen die früheren Büros im Zentrum von Turin eher dunklen und beengten Behördenstuben, so zeigen sie sich am neuen Standort zusammengefasst in fließenden Räumen und schillernden Farben, deren Strahlkraft durch die raffinierte Lichtführung noch unterstrichen wird. Iosa-Ghini verzichtete auf dunkle Ecken und abgeschottete Bereiche. Er entwarf stattdessen ein harmonisches Raumkontinuum, das sich in schlängelnden Linien durch die Etagen zieht und mit seinen weichen Wölbungen eine Weite suggeriert, die sich nicht auf den ersten Blick erschließen lässt. Lichtbänder unter den abgehängten Decken sorgen für angenehmes indirektes Licht, das die Linienführung der Flure betont und selbst zum strahlenden Leitmotiv einer ebenso spielerischen wie futuristischen Bürolandschaft wird. Die dunkleren Zonen des weit verzweigten Korridors werden durch eingebaute Lichtfelder illuminiert, die sich beinahe unsichtbar in frei schwebende Deckenpaneele fügen und den Raum wie helle Himmelskörper zum Strahlen bringen.
Kurven und Krümmungen finden sich auch in den gebogenen Glaswänden wieder, die einzelne Büroräume auf beiden Seiten des Flurs separieren und gleichzeitig viel Licht und Durchblicke zulassen. Um dennoch Privatsphäre zu schaffen, ließ Iosa-Ghini die raumhohen Glasscheiben mit Satellitenbildern des historischen Turins bedrucken. Farbig gestrichene Wände in Gelb- und Orange-Tönen, die gemeinsam mit Blau zur Seat-CI gehören, bestimmen das Ambiente am Arbeitsplatz. Aus den puristischen, flachen Lichtkörpern der Pendelleuchten strömt direktes Licht auf die Schreibtische sowie zusätzlich indirektes Licht an die Decke. Während die Lichtführung einerseits die klaren Farben der Büros unterstreicht, ermöglicht sie andererseits ein schattenfreies Arbeiten am Bildschirm.
Dem Verständnis des Unternehmens entsprechend, geht das firmeneigene Restaurant weit über den üblichen Standard hinaus. Vertikale Holzpaneele mit unregelmäßigen Konturen gliedern den weiß gehaltenen Raum und geben ihm eine sinnliche Qualität. Spotlights in betont skulpturalem Design steigern diesen Effekt und lockern zusätzlich die Atmosphäre auf. Expressiv in ihrer Formensprache und zugleich weich in ihrer Linienführung, fügen sich die Leuchtkörper der SOLAR II-Strahler, deren Entwurf von Iosa-Ghini selbst stammt, auch in den Gängen und im zentralen Auditorium in das futuristische Interieur.